Klassenfahrten sind Teamwork. Zum ihrem Gelingen müssen alle am gleichen Strang ziehen die Schüler, die Lehrer und die Herbergseltern. Gemeinsam wird's besser. Ein paar Tricks und Kniffe können Sie hier nachlesen.

Ein zwangloses, jedoch keineswegs grenzenloses Vergnügen

Das Miteinander in der Jugendherberge verläuft nicht immer reibungslos. Denn Schülerinnen und Schüler sind junge Menschen, die sich noch entwickeln sollen. Man darf sie nicht an die Leine legen. Aber es muss ihnen auch klar sein, dass es Grenzen und Regeln gibt, ohne die eine Gemeinschaft nicht funktioniert. Diese Regeln sind nicht starr, sondern haben Spielräume und werden manchmal neu ausgehandelt. Werden sie jedoch überschritten, folgen Sanktionen.

Die Sanktionen, die der Lehrer während einer Klassenfahrt verhängt, müssen vorher mit den Schülern und den Eltern abgesprochen sein. Und auch dann verlangen sie vom Lehrer viel Augenmaß für die Situation und viel Fingerspitzengefühl für den oder die Missetäter. Sanktionen müssen abgestuft sein: Der Androhung der Elterninformation beispielsweise folgt der Ausschluss von Gemeinschaftsveranstaltungen und schließlich der Ausschluss vom weiteren Programm des Aufenthalts. Im schlimmsten Fall muss Schülern von vornherein die Teilnahme an der Klassenfahrt versagt werden oder sie nach Hause geschickt werden.

Die Übernahme von Diensten darf nicht als Mittel zur Bestrafung eingesetzt werden; sie muss zur Selbstverständlichkeit werden. Um das zu gewährleisten, ist die Einteilung noch vor dem Aufenthalt sinnvoll. Die Herbergseltern und ihr Team helfen begleitend, die Klassenfahrt zu einem Erfolg werden zu lassen. "Den Anordnungen der Herbergseltern ist unbedingt Folge zu leisten" gilt heute nicht mehr. Aber auch heute benötigen Jugendherbergen einen Handlungsrahmen und Regelungen, damit sie als Organisation problemlos funktionieren. Das hat mit Disziplinierung von Schülern nichts zu tun, sondern mit Kooperation.

Es regnet! Na und?

Auf Klassenfahrten stehen Lehrer immer in der Aufsichtspflicht; selbst für die Freizeit in der Jugendherberge gibt es eindeutige Vorschriften. Dafür und für vieles andere ist Planung wichtig und notwendig. Aber sie kann nicht alles abdecken. Denn in Jugendherbergen finden ständig Begegnungen statt, die interessant und nicht planbar sind.

Ein spannender Gesprächspartner, eine herausfordernde Sportgruppe, eine Hinweis für ein unbekanntes Exkursionsziel oder auch nur schlechtes Wetter machen feste Vorhaben schnell zunichte. So kommt es zu unverhofften Programmänderungen die Wanderroute wird umgestellt, ein Fußballspiel organisiert, ein gegenseitiger Erzählabend anberaumt, ein gemeinsames Singen abgehalten oder eine Party veranstaltet. Die Spontanität wird dem Klassenzusammenhalt sicher nützen. Und selbst für eine Schlechtwetterperiode findet sich rasch ein geeignetes Alternativprogramm mit Spielen, Basteln oder dem Besuch eines Museums.

Money, money, money...

Klassenfahrten haben mit Geld zu tun. Schon vor der Fahrt beginnt die Hin- und Herrechnerei. Ein paar Tipps können dabei helfen.

  • Ob und in welcher Höhe eine Reisekostenerstattung für Verantwortliche und deren Begleitpersonen möglich ist, sollte beim Schulträger nachgefragt werden.
  • Eventuelle Kosten für Nachbereitungsmaßnahmen dürfen dabei nicht vergessen werden.
  • Einnahmen wie Elternbeiträge, Zuschüsse oder Spenden sind getrennt von Ausgaben wie z.B. Fahrtkosten, Jugendherbergsrechnungen oder Eintrittsgeldern aufzulisten.
  • Jeder aufgelistete Betrag für Ausgaben muss durch Belege wie Eintrittskarten, Quittungen, Fahrscheine o.ä. nachgewiesen werden.
  • Nach Rückkehr von der Klassenfahrt müssen die angefallenen Reisekosten den Eltern offengelegt werden.
  • Die Abrechnung sollte von einem Vetreter des Elternrats geprüft und gegengezeichnet werden.
  • Mehrbelastungen, auch das vorherige "Erkunden vor Ort", können beim Finanzamt meist als Werbungskosten geltend gemacht werden.
  • Auch Kosten, die bei der Vorbereitung und Erkundung der Klassenfahrt entstanden sind (an die Bestätigung durch die Herbergseltern denken!), können meist geltend gemacht werden. Allerdings müssen die Belege eindeutig den Zweck erkennen lassen.