Am 13. Februar 1945 wurde in Dresden der 175. Fliegeralarm ausgelöst. In dieser Nacht fielen 2400 Tonnen Spreng- und Brandbomben auf die Stadt, 25 000 Menschen verloren ihr Leben. Ein orkanartiger Feuersturm zerstörte ganze Straßenzüge, 15 Quadratkilometer des Stadtgebietes wurden vernichtet. Die gesamte Innenstadt, das kulturelle Zentrum, die Seele der Stadt waren nicht mehr vorhanden. Seit Kriegsende gedenken die Dresdner und ihre Gäste alljährlich der Zerstörung der Stadt. Hier hatten auch die friedlichen Lichter-/ Kerzen- Demonstrationen der DDR ihren Ursprung. Das Läuten aller Dresdner Glocken um 22.00 Uhr - zum Zeitpunkt des ersten Bombenabwurfs - lassen jedes Jahr diesen Tag zu einem Besonderen werden.

Die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. lädt am 13. Februar 2010 von 16:30
bis 18:40 Uhr zum „Dresdner Gedenkweg“ ein, der in die gemeinsame Gedenkveranstaltung
„13. Februar 2010: wahrhaftig erinnern – versöhnt leben“ 19:00 Uhr auf dem Neumarkt vor der
Frauenkirche einmündet. Dort wird der ehemalige Bundesinnenminister und gebürtige Dresdner
Gerhart Baum die Gedenkrede halten.
Ziel des „Dresdner Gedenkweges“ ist es, als Beitrag zum Erinnern wider das Vergessen am
13. Februar, dem Schicksalstag für Dresden, gemeinsam authentische Orte zu erleben und dort
authentische Zeugnisse aus der Dresdner Geschichte zu hören. Die unterschiedlichen Aspekte dieses
Tages werden erfahrbar. Jede Station vermittelt einen eigenen, an anderer Stelle schwer nachzuvollziehenden
Eindruck. Der „Dresdner Gedenkweg“ spielt eine die Erkenntnis vertiefende, die Identität
Dresdens und der Dresdner verstärkende Rolle.
An jeder Station können der Zug der Menschen und die Hinzutretenden innehalten, eine kurze, auf
diesen Ort gerichtete Textlesung hören oder nur in Stille verharren. Die Dresdner Synagoge als Anfangspunkt
des Gedenkweges soll an die Zerstörung ihres Vorgängerbaus durch die Nationalsozialisten
im Jahre 1938 als Beginn der 1945 vollendeten totalen Zerstörung erinnern.
Das gesamte Gebiet des Gedenkweges ist Gebiet der Erinnerungskultur und deshalb in mehrfacher
Hinsicht zu schützen. Insbesondere Menschen, die vor Gewalt in diesen Tagen Angst haben und deshalb
lieber zu Hause bleiben würden, können so im Zentrum der Stadt den Gedenkweg mitgehen
und zu seiner positiven, über Dresden hinausreichenden Ausstrahlung beitragen. Sie kann dem
Dresdner Bewusstsein, durch die jährliche Wiederkehr verstärkt, einen Schub hin zur Zukunftsorientiertheit
vermitteln.
Erarbeitet wurde das Programm von der Arbeitsgruppe „Gedenkweg“ der Gesellschaft zur Förderung
der Frauenkirche Dresden e. V., Oberlandeskirchenrat i. R. Harald Bretschneider, Prof. Dr.-Ing.
Gerhard Glaser, Sächsischer Landeskonservator i. R. und Prof. Ludwig Güttler, Vorsitzender der Gesellschaft
zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. und Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung
Frauenkirche Dresden. Bei den Texten wirkte die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Dresden
Dr. Nora Goldenbogen mit.
Wir laden die Teilnehmer am „Dresdner Gedenkweg“ ein, sich ab 16:30 Uhr im Hof der neuen Synagoge am Hasenberg einzufinden.
1. Innenhof der Synagoge 16:45 Uhr
2. Georg-Treu-Platz 17:00 Uhr
3. Nordseite vor der Frauenkirche (Trümmerstück) 17:05 Uhr
4. Kathedrale Ss. Trinitatis (Hofkirche): Johann-Nepomuk-Kapelle 17:15 Uhr
5. Baustelle Gedenkstätte Sophienkirche „Busmannkapelle“ 17:30 Uhr
6. Altmarkt Südseite (Verbrennungsstätte) 17:50 Uhr
7. Rathausplatz (Trümmerfrau) 18:05 Uhr
8. Dresdner Kreuzkirche, Mittelschiff 18:15 Uhr
9. Neumarkt vor der Frauenkirche 18:40 Uhr
Wie jedes Jahr können von 15:00 bis 22:00 Uhr im Gedenken vor der Frauenkirche Kerzen angezündet und abgestellt werden. Diese hält die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. gegen eine Spende in Zelten bereit. Die Kerzen sind ein Zeichen des wahrhaftigen Gedenkens an die Opfer des Zweiten Weltkrieges und der Gewaltherrschaft und eine Mahnung gegen
jeden Missbrauch des Gedenktages. Die Fördergesellschaft beteiligt sich auch an der Aktion „Weiße Rose“ der Stiftung „Aktion Toleranz“ des Dresdner Druck- und Verlagshauses, der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Landeshauptstadt Dresden. Die Helfer der Fördergesellschaft und der Frauenkirchen-
Shop halten weiße Rosen zum Anstecken bereit.
Kontakt:
Gesellschaft zur Förderung der
Frauenkirche Dresden e.V.
Kommunikation und Veranstaltungen
Eveline Barsch
Tel.: 0351 656 06 605
ebarsch@frauenkirche-dresden.org
Jugendherberge Dresden "Jugendgästehaus"
www.frauenkirche-dresden.de
www.jugendherberge-sachsen.de - Gedenkweg am Dresdner "Schicksalstag"
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